Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Es gibt kaum ein Unternehmen, das ganz auf BGM verzichtet. Oft werden einzelne Punkte, zumindest der in der Schweiz gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsschutz, umgesetzt. Systematisch und strukturiert angewendet wird BGM jedoch nur von jedem vierten Schweizer Unternehmen – häufig handelt sich dabei um Grossunternehmen. Den meisten KMU fehlen die notwendigen zeitlichen sowie personellen Ressourcen für eine umfassende Umsetzung von BGM, zudem wird der (finanzielle) Nutzen oftmals verkannt.

Es lohnt sich aber, gerade den finanziellen Nutzen eines ganzheitlich umgesetzten BGM näher zu betrachten. Der Job-Stress Index von Gesundheitsförderung Schweiz (2020) zeigt auf, das sich jährlich insgesamt 7.6 Mrd. CHF an gesundheitsbedingten Produktivitätsverlusten anhäufen – Tendenz steigend. So waren dies bei der letzten Erhebung von Gesundheitsförderung Schweiz (2018) immerhin noch 1.3 Mrd. CHF weniger. Die Kennzahlen scheinen in einem Kausalzusammenhang mit der persönlich empfundenen Arbeitsintensivierung zu stehen. Unter Arbeitsintensivierung wird die Zunahme der Anstrengung bei der Arbeit während einer gewissen Zeit verstanden – was im Volksmund oft als Zeitdruck benannt wird. Werden Arbeiten nun also unter mehr Zeitdruck ausgeführt, kann dies zu einem Produktivitätsverlust von bis zu 19% führen. Der empfundene Zeitdruck wirkt sich auch auf das persönliche Wohlbefinden der Befragten aus. Knapp 30% der Arbeitnehmenden gaben an, mehr Stressoren als Ressourcen am Arbeitsplatz vorzufinden. Dieser Wert ist seit der letzten Befragung (2018) um 5% angestiegen.

Als häufigster Stolperstein bei der Umsetzung eines umfassenden BGM in KMU wird der Vorrang des Tagesgeschäftes genannt. Der finanzielle und zeitliche Aufwand wird zudem als sehr gross eingeschätzt. Stellt man diesem Argument jedoch die Tatsache gegenüber, dass aus einer seriösen Umsetzung von BGM weniger Krankheitskosten, eine höhere Produktivität sowie eine verbesserte Arbeitszufriedenheit, eine tiefere Fluktuationsrate und letztendlich eine höhere Wertschöpfung resultieren, sollte das Thema BGM in KMU eine hohe Priorität geniessen.

Basierend auf den drei Pfeilern Bewegung, Ernährung und Motivation und je nach Bedürfnis in Zusammenarbeit mit den Partnern Preventica und Evolve-Health, werden massgeschneiderte Lösungen für Unternehmen erarbeitet und die Implementierung vom BGM geplant und begleitet – nach dem Motto „jeder Weg beginnt mit dem ersten kleinen Schritt“.

s’Zmettag im Glas oder ein Nordic-Walking-Einsteigerkurs – als erste Massnahme einer erfolgreichen Umsetzung von BGM im KMU.