Bewegung

«Sitzen ist das neue Rauchen» – dieser Satz müsste eigentlich an sich schon sehr nachdenklich machen. In der Wissenschaft kursiert bereits der Begriff SEDS, was übersetzt «Sedentary Death Syndrom», also «Tod durch Sitzen» heisst. Jeder vierte Mensch auf unserem Planeten bewegt sich zu wenig. Die Folgen davon sind Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, manche Krebsarten sowie mannigfaltige andere Krankheiten. Mit zunehmendem Wohlstand steigt die Bewegungsarmut.

Dieser Umstand ist insofern erstaunlich, als dass unsere Vorfahren stets auf Achse waren, Motive wie  Hunger und Durst, Kälte und Wärme, Angst oder Neugier setzten Homo Sapiens wortwörtlich in Bewegung. Unser Organismus ist von diesen Jahrtausende alten Umständen geprägt und entsprechend programmiert. So setzt erst Bewegung die Bildung von Enzymen, Hormonen, Proteinen und Botenstoffen in Gang, die beispielsweise für eine sinnvolle Verstoffwechslung unserer Lebensmittel so wichtig wären.

Bewegungsmangel indes wirkt inflammatorisch, also entzündungsfördernd und (niedrig gradige) entzündliche Prozesse in unserem Körper aktivieren das Immunsystem. Zytokine, unsere Entzündungsparameter werden als Folge davon beispielsweise im Fettgewebe, den Knochen, aber auch im Gehirn aktiv. Niedrig gradige Entzündungen sind oftmals schmerzlos und Betroffene realisieren die Tragweite häufig erst, wenn sich chronische Krankheiten wie Diabetes, Gicht oder Vergesslichkeit bemerkbar machen.

Die gute Nachricht ist – das muss nicht sein und die Kompetenz zur Veränderung liegt bei jedem Einzelnen. Oftmals kann mit geringem Aufwand etwas mehr Bewegung in den Alltag gebracht werden. Das tägliche Saubermachen, der Spaziergang zur übernächsten Bushaltestelle oder das Vermeiden von Rolltreppen und Aufzügen können einen Anfang in ein bewegteres Leben darstellen. Häufigere, kurze Unterbrechungen mit kurzen Trainingseinheiten wie Liegestütz, Jumping Jacks oder Kniebeugen, sollten in jeden Büroalltag zu integrieren sein und helfen nicht nur, das stundenlange Sitzen zu unterbrechen, sondern können zu wahren Geistesblitzen verhelfen, da die Konzentration und Fokussierung auf eine anstehende Arbeit nach diesen sogenannten «Sitting Breaks» merklich steigt. Als schöner Nebeneffekt verbraucht der menschliche Organismus während dieser Zeit auch rund 2.5 mal mehr Energie, als im Sitzen. Das abendliche Training im Fitnesscenter oder auf dem Rennrad ersetzt diese kurzen Bewegungspausen übrigens nicht.

Welche Art von Bewegung für wen geeignet ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Sowohl die eigene Sportbiographie als auch persönliche Interessen spielen eine eminent wichtige Rolle. Im Vordergrund steht die Lust und Motivation auf Bewegung an sich – einmal mehr geht es demzufolge auch bei der Auswahl der Bewegungseinheiten darum, Verantwortung für sich und seinen Körper zu übernehmen und die eigene Gesundheitskompetenz zu nutzen, nach dem Motto – «zu unserer Natur gehört Bewegung, die vollkommene Ruhe ist der Tod».

Gerne unterstütze ich Sie als Privatperson, in der Kleingruppe oder in Ihrem Unternehmen in den Nordic-Walking Kursen und begleite Sie auf Ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden.